Der Tag Richtung Dünkirchen begann früh, sehr früh. Um Punkt 7 Uhr saß ich bereits beim Frühstück, diesmal sogar in Radkleidung. Etwas, das ich normalerweise vermeide, doch der Zeitplan war eng. Bis 15 Uhr musste ich am Hafen von Dünkirchen einchecken. Die Etappe entwickelte sich zu einem kleinen Wettrennen gegen die Uhr, Wind und schlechte Wegoberflächen. Dafür führte die Strecke größtenteils entlang des Kanals und entschädigte mit vielen idyllischen Eindrücken. Trotz der Bedingungen kam ich gut voran und erreichte das Terminal bereits gegen 14:30 Uhr, allerdings auch ein wenig gestresst. Zu diesem Zeitpunkt war ich überzeugt, die größte Herausforderung des Tages gemeistert zu haben.
Leider hatte ich mich getäuscht.
Am Hafen stellte sich heraus, dass ich für die Einreise nach Großbritannien eine UK ETA benötigte. Ich hatte mich zwar vorbereitet und sogar extra einen Reisepass beantragt, diesen digitalen Einreiseantrag jedoch übersehen. Also beantragte ich die ETA sofort online. Normalerweise wird die Genehmigung für deutsche Staatsbürger oft innerhalb weniger Minuten erteilt. Doch ausgerechnet an diesem Tag hatte das System Probleme, sodass völlig unklar war, wann eine Entscheidung erfolgen würde.
Während draußen Wind und Regen gegen die Scheiben des kleinen Hafenhäuschens peitschten, verging Stunde um Stunde. Nach über vier Stunden Warten musste ich mir eingestehen, dass die Reise an dieser Stelle vorerst enden würde. Mein Zeitplan war zu knapp kalkuliert, um einen zusätzlichen Tag zu überbrücken und niemand konnte sagen, ob die Genehmigung in einer Stunde oder erst in drei Tagen eintreffen würde.
Die Enttäuschung darüber war groß. Es war ein bitteres Gefühl, so kurz vor dem Ziel umkehren zu müssen. Vor allem, weil sich die Situation mit besserer Vorbereitung hätte vermeiden lassen. Rückblickend überwiegt zwar aktuell noch immer die Enttäuschung. Gleichzeitig steht für mich fest: Das war nicht das Ende dieser Reise, ich komme zurück und es geht weiter!


























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