Nach einem ausgiebigen Frühstück, das keine Wünsche offenließ, machten wir uns früh auf den Weg nach Cadaqués. Der Morgen war frisch, doch vor allem der starke Wind begleitete uns vom ersten Schritt an. Der erste Teil der Etappe verlief überwiegend flach. Nur hin und wieder forderten kleine Anstiege unsere Beine. Der Weg schlängelte sich direkt an der Küste entlang, ein ständiger Wechsel zwischen Felsen, Buchten und dem Anblick des aufgewühlten Meeres. Durch den Wind war das Wasser von weißen Schaumkronen bedeckt und immer wieder trug die Luft feine Gischtfetzen über den Weg. Ein eigenwillig schönes Schauspiel, das uns zum Schmunzeln brachte.
Etwa auf halber Strecke legten wir eine wohlverdiente Pause ein. Wir suchten uns ein halbwegs windgeschütztes Plätzchen, um uns auszuruhen und für den kommenden Anstieg zu stärken. Denn der zweite Teil der Tour führte uns weg von der Küste und hinauf auf fast 400 Höhenmeter. Hinein in die raue Landschaft des Naturschutzgebiets Cap de Creus. Der Weg wurde steiniger, der Wind stärker, doch der Aufstieg war überraschend gut zu bewältigen. Mit jedem Schritt eröffnete sich ein weiterer Blick auf das endlose Meer, das tiefblau unter uns glitzerte.
Oben angekommen, bot sich ein atemberaubendes Panorama. Wir standen im Wind, der uns fast umwarf, aber die Aussicht machte jede Mühe wett. Der Abstieg hingegen verlangte höchste Aufmerksamkeit, die Böen drückten uns von hinten und es war gar nicht so leicht, das Gleichgewicht zu halten. Sobald wir eine geschützte Stelle fanden, setzten wir uns in die Sonne, atmeten tief durch und blickten hinab auf die weißen Häuser von Cadaqués, das malerisch an der Bucht lag.
In Cadaqués angekommen, checkten wir in unserer Unterkunft ein, gönnten uns eine heiße Dusche und spazierten anschließend noch durch die engen, verwinkelten Gassen. Der Ort wirkte trotz seiner vielen Besucher charmant und lebendig. Als die tiefstehende Sonne schließlich hinter den Bergen verschwand, kehrten wir müde, aber glücklich in die Unterkunft zurück. Erfüllt von Wind, Meer, Sonne und einem Tag, der uns alles abverlangt, aber noch mehr geschenkt hatte. Leider haben wir es nicht geschafft, nach Portlligat hinüberzugehen, wo im ehemaligen Wohnhaus von Salvador Dalí heute ein Museum eingerichtet ist.




























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