Nachdem wir heute relativ früh gestartet sind, führte uns der Weg nach Begur zunächst durch die noch verschlafene Stadt. Der Duft von frischem Gebäck lockte uns in eine kleine Bäckerei, in der es herrlich warm war und wo wir uns schließlich mit einem ersten Frühstück stärkten. Am Stadtrand legten wir einen kurzen Halt ein, um uns mit Proviant für die Etappe einzudecken und kauften dabei Wasser und ein paar Kleinigkeiten für unterwegs. Der Weg war heute angenehm zu gehen, meist auf festen Wegen und so kamen wir gut voran.
Immer wieder lohnte sich ein Blick zurück, denn hoch über der Landschaft erhebt sich das „Castello del Montgrí“, die Burg unserer gestrigen Etappe. Auch aus der Ferne wirkt sie noch immer majestätisch und erinnert uns an den langen Aufstieg vom Vortag. Sie ist ein imposantes Fotomotiv, das uns auf unserem Weg noch eine ganze Weile begleitet. Allmählich veränderte sich die Landschaft, wurde sanfter und abwechslungsreicher. Immer wieder passierten wir kleine, alte Ortschaften mit engen Gassen, bröckelnden Steinmauern und bunten Fensterläden, die im Sonnenlicht leuchteten. Jede von ihnen hatte ihren ganz eigenen Charme. Still, zeitlos und ein bisschen wie aus einer anderen Welt. Es fühlte sich fast an wie auf unserer Pilgerreise im vergangenen Jahr auf dem Camino Portugués, nur dass man hier deutlich weniger Menschen begegnet und dadurch noch mehr Ruhe findet.
Zur Mittagszeit gönnten wir uns in Pals eine Portion Pommes in einem kleinen Café am Straßenrand. Eine willkommene Pause für Körper und Seele. Danach wurde der Weg noch einmal anspruchsvoller. Der letzte Abschnitt hinauf nach Begur war steil, aber lohnend. Schon von Weitem sahen wir die Ruine der Burg, die hoch über dem Ort thront. Der historische Kern von Begur mit seinen verwinkelten Gassen, alten Steinhäusern und kleinen Plätzen hat eine besondere Ausstrahlung. Wer noch Energie übrig hat, sollte unbedingt zur Burg hinaufsteigen, der Blick von dort über das grüne Hinterland und die schimmernde Küste ist schlicht atemberaubend.
Am Abend kauften wir im kleinen Supermarkt Baguette, Schinken und Salami. Auf unserer Dachterrasse ließen wir den Tag gemütlich ausklingen. Mit einfachem Essen, ein paar Oliven und einem warmen Abendlicht, das die Dächer von Begur golden färbte. Ein schöner Abschluss eines erlebnisreichen Wandertages.

























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