Heute habe ich es auf dem Weg nach Karpacz (Krummhübel) im Riesengebirge bewusst entspannt angehen lassen. Zwar standen rund 1500 Höhenmeter auf dem Plan, doch die Tagesdistanz lag unter 100 Kilometern. Das versprach eine machbare Etappe ohne großen Stress.
Da ich die Route wie schon in den letzten beiden Tagen spontan etwas umgestaltet und verkürzt hatte, war ich zunächst unsicher, wie gut sich die Strecke befahren lässt und wie viel Autoverkehr mich erwartet. Die Sorge war jedoch völlig unbegründet. Die knapp 100 Kilometer verliefen angenehm ruhig, ohne Verkehr und mit viel Zeit zum Genießen.
Polen und Tschechien zeigten sich von ihrer besten Seite, die Natur war schlichtweg überragend. Als es dann über den Hauptanstieg ging, verwandelte sich die Route zunächst in eine nagelneue, verkehrsfreie Straße. Diese verwandelte sich jedoch bald in einen Waldweg, auf dem höchstens ein Geländewagen hätte fahren können. Eigentlich war es ein Wanderweg, aber unbeirrt kurbelte ich im ersten Gang bis auf die Bergspitze. Oben angekommen, ging es zum Glück wieder auf Asphalt weiter.
Kurz vor der berühmten Stabkirche Wang wurde es dann noch einmal richtig steil. So steil, dass selbst der Mammolshainer Stich bei uns im Taunus im Vergleich harmlos wirkt. Hier war dann Schluss mit Fahren, ich musste schieben. Beim anschließenden Bergabfahren fragte ich mich kurzzeitig, ob es physikalisch möglich ist, bei einem so hohen Schwerpunkt vorne überzukippen, zumindest fühlte es sich ganz kurz so an. Die ursprünglich aus dem norwegischen Ort Vang stammende Stabkirche wurde 1841 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. erworben und im schlesischen Brückenberg, heute Karpacz wiederaufgebaut.
Der restliche Weg bis zum Hotel war dann nur noch ein gemütliches Ausrollen. Die Unterkunft ist absolut in Ordnung, ein solider Abschluss für einen Tag, der landschaftlich einiges zu bieten hatte und trotz kleiner Zwischenfälle ein sehr positiver Eindruck bleibt.

















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