Die zweite Etappe meiner Radtour Richtung Weimar war deutlich kühler als die erste, was angesichts der angekündigten Gewitter am Abend vielleicht gar nicht so schlecht war. Der drohende Wetterumschwung sorgte jedenfalls dafür, dass ich den ganzen Tag fast ohne Pause durchgeradelt bin. Nur eine kurze Rast gönnte ich mir – gut, dass ich mir am Morgen in der Jugendherberge noch ein Brötchen zum Mitnehmen vorbereitet hatte. Denn unterwegs waren Verpflegungsmöglichkeiten rar: Kaum ein offener Laden, kaum eine Gelegenheit, etwas zu trinken oder zu essen.
Die Strecke selbst war wieder einmal wunderschön zu fahren. Die Radwege führten durch beeindruckende Landschaften und weil es Sonntag war, konnte ich streckenweise sogar auf die wenig befahrenen Landstraßen ausweichen. So ließ sich nicht nur der ein oder andere Kilometer sparen, sondern auch das Fahren wurde angenehmer – ganz ohne Verkehrslärm.
Besonders begeistert haben mich heute die Städte entlang der Route: Gotha, Erfurt und schließlich Weimar. Jede für sich ist ein kleines architektonisches Juwel. Die Innenstädte sind hervorragend erhalten und saniert und man spürt förmlich, wie viel Wert hier auf Baukultur gelegt wird.
Kurz hinter Heringen kam ich am Kali-Bergbaumuseum vorbei. Die riesigen Kaliberge, die sich hier in die Landschaft türmen, sind wirklich gewöhnungsbedürftig – zu übersehen sind sie jedenfalls nicht. Als Jugendliche haben wir auf unseren Radtouren immer darüber gescherzt und nannten sie augenzwinkernd „Obersalzberg“. Ein seltsames, aber irgendwie auch faszinierendes Stück Industrielandschaft.
Am Abend hat es mich dann doch noch erwischt: Gerade einmal 100 Meter waren es von der Jugendherberge in Weimar bis zur Pizzeria – genug Zeit, um vom Nieselregen in einen kräftigen Platzregen zu geraten. Nass, aber satt, endete so mein zweiter Reisetag.
Körperlich ging es mir gut. Mit dem Ziel, vor dem Unwetter in Weimar anzukommen, habe ich wenig getrödelt und bin zügig durchgefahren. Insgesamt war es eine herausfordernde, aber eine sehr schöne Etappe.
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