Mit Lüttich als Tagesziel vor Augen begann der Tag mit dem Frühstück. Während ich noch am Frühstückstisch saß, prasselte draußen der Regen gegen die Fenster. Pünktlich zum Aufbruch hatte das Wetter dann aber ein Einsehen und die Niederschläge hörten auf.
Eigentlich hatte ich geplant, einen Abstecher zur ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang zu machen. Aufgrund der unsicheren Wetterlage ließ ich diesen jedoch schweren Herzens ausfallen. Besonders schade fand ich das deshalb, weil ich mich schon lange auf den Besuch gefreut hatte. Im Studium hatte ich mich intensiv mit der Anlage beschäftigt und sie mit dem KdF-Seebad Prora auf Rügen verglichen „Architektur in der Zeit des 3. Reichs. Ordensburg Vogelsang und Seebad Prora im Vergleich“ (ISBN-13 : 978-3668095540).
Die ersten Kilometer verliefen gut, auch wenn das Profil deutlich bergiger war als am Vortag. Die Landschaft zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Sattes Grün, idyllische Dörfer und dank des Sonntags angenehm wenig Verkehr auf den Straßen. So ließ es sich wunderbar radeln.
Ab dem Dreiländereck begann dann eines der Highlights des Tages. Ich erreichte einen fantastischen Radweg, dem ich fast 50 Kilometer bis nach Lüttich folgen sollte. Die asphaltierte Trasse führte meist schnurgerade durch ein grünes Band aus Bäumen und Sträuchern. Das sorgte nicht nur für angenehmen Schatten, sondern auch für etwas Windschutz. Allerdings meinte es der Wind heute insgesamt nicht gut mit mir. Selbst auf längeren Gefällestrecken musste ich teilweise kräftig in die Pedale treten.
Spannend fand ich auch, wie deutlich sich die Architektur beim Überqueren der Grenze veränderte. Kaum war man in Belgien, wirkten Häuser, Straßenzüge und Ortsbilder plötzlich ganz anders, fast so, als hätte jemand auf Knopfdruck die Kulisse gewechselt.
Am Abend erreichte ich schließlich Lüttich. Besonders erfreulich, mein Fahrrad durfte in der Jugendherberge mit aufs Zimmer, auch wenn alternativ ein sicherer Innenhof zur Verfügung gestanden hätte. Nun versuche ich, mich von den vielen Höhenmetern und dem kräftigen Gegenwind zu erholen, damit ich morgen wieder fit für die nächste Etappe bin.





























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